Lost im Zwischengeschoss

Januar 24, 2012 at 4:36 nachmittags (Uncategorized)

Barrierefreiheit wird bei der MVG groß geschrieben, mehr aber auch nicht, und so kommt es, dass ich gestern zum zweiten Mal innerhalb der drei Monate, die das Zwischengeschoss Süd des Münchner Goetheplatz jetzt auf meinem Weg liegt, verlorenen Müttern mit Kinderwägen aushelfen musste. Dort gibt es an der einzelnen Rolltreppe zum Zwischengeschoss zwar ein Schild, dass auf englisch und deutsch darauf aufmerksam macht, dass sich oben kein weiterer barrierefreier Aufgang befindet aber das wird gerne übersehen. Außerdem ist es so, dass es keine zweite Treppe abwärts gibt, wenn man mal oben ist, da es sich um eine Fahrtreppe mit wechselnder Laufrichtung handelt. Mit viel Glück kommt man also als verirrter gehbehinderter Mensch nach ein paar Minuten wieder runter zu den Gleisen.

Nun kann man argumentieren, dass das in Behindertenführern verzeichnet sein müsste und ein zeitweise gehbehinderter Mensch eben auf das Schild achten soll. Das oben geschilderte ist aber nicht unbedingt ein Problem mangelnder Anpassungswilligkeit. An Bahnhöfen ohne Aufzug/Rolltreppe versehentlich aussteigen ist weniger ein Problem, so lange man in den nächsten Zug steigen kann. Durch die eher willkürlichen Richtungswechsel der Rolltreppe kann es aber schon mal passieren, dass jemand länger im Zwischengeschoss auf die nächste Fahrt nach unten warten muss. Ärgerlich, dass es München in den über 40 Jahren seit Eröffnung nicht gelungen ist nachzubessern.

2 Kommentare

  1. Roland sagte,

    Vorab: http://www.mvg-zoom.de/

    Der nachträgliche Einbau von Liften und Rolltreppen ist sehr teuer. Nach und nach rüsten MVG und S-Bahn die Stationen zwar auf, aber man hat schon beim Brandschutz an der S-Bahn-Stammstrecke gesehen: Es wird nur das mindeste gemacht, und in ferner Zukunft soll eh alles renoviert/redesigned werden.

    Was die MVG angeht, hat sie eine enorm hohe Anzahl an barrierefreien Stationen. Viel mehr als im bundesdeutschen Durchschnitt. Die 2008 gestartete Erneuerung der ältesten existierenden Anlagen kostet um 30 Mio€ siehe http://www.mvg-mobil.de/presse/2011-07-25d_mvg-pressemeldung.pdf

    Seltsam finde ich auch die Situation bei der Straßenbahn in München: Anstatt Bahnsteige an die Niederflur-Fahrzeuge anzupassen, wie es bspw in Freiburg seit über zehn Jahren Standard ist, kümmert man sich in München darum wenig wenig. Die dafpr in den neueren Fahrzeugen eingebauten Hublifte verzögern die Weiterfahrt und erfordern die Steuerung durch den/die Fahrer/in (die unterschiedlich freundlich/hilfsbereit sind). Vielleicht sieht man auch deswegen so wenig Rollstuhlfahrer in der Straßenbahn.

    • die13 sagte,

      Ich kritisiere weniger die grundsätzliche Situation in München, die kann ich zwar als nicht Betroffene nicht beurteilen, denke aber auch, dass München schon recht weit ist. Nur scheint mir gerade die beschriebene Stelle besonders verbesserungsbedürftig, da der halbe Weg ohne Rückkehrmöglichkeit ja besonders auswegslose Situationen herbeiführt.

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